Günther Oettinger, Frauke Petry und die Flüchtlinge (Nachtrag)

Wer eigentlich nichts Interessantes zu sagen hat und auch sonst kein politisches Thema findet, zudem er etwas beitragen kann, aber dennoch unbedingt etwas Beitragen möchte, der muss eben kreativ werden. Unser Mann fürs Digitale in der EU weiß das. Und so gab er dem Deutschlandfunk und der Welt die Gelegenheit, uns mit folgendem Scoop zu beglücken:

„Günther Oettinger hat sich laut einem Bericht mit drastischen Worten über AfD-Chefin Petry geäußert: In Berlin sagte er demnach, er würde sich erschießen, wäre er mit ihr verheiratet.“

Es wird wohl die Nähe zum Valentinstag sein, die Oettingers Fantasie über eine mögliche Ehelichung mit Frauke Petry beflügelte. Es ist natürlich auch möglich, dass es sich auch um eine misslungene Übersetzung aus dem Englischen handelt. Lost in Translation sozusagen.

Doch völlig überraschend wusste Oettinger dann doch noch etwas zur Asylkrise beizutragen. So teilte er den anwesenden Reportern mit, dass er am Donnerstag in Sachen „Flüchtlingskrise, ungeachtet skeptischer Signale mehrerer Partnerländer, auf einen Durchbruch für ein europäisches Vorgehen beim EU-Gipfelt“ setzt.

Mit „skeptischen Signalen“ ist vermutlich die Ankündigung Frankreichs, in diesem Jahr nicht mehr als 30.000 Flüchtlinge aufnehmen zu wollen, gemeint. Vielleicht ist es aber auch die Erklärung Österreichs, 2016 nur rund 38.000 Flüchtlingen Asyl zu gewähren. Möglicherweise sind auch die EU-Ost-Staaten angesprochen, die generell keine Flüchtlinge aufnehmen wollen. Oder aber die Rufe Italiens und Griechenlands, die vor einer völligen Überlastung warnen und ihre Kapazitäten als erschöpft bezeichnen. Nicht auszuschließen ist, dass Oettinger sich auf die Grenzschließungen Schwedens und Dänemarks bezog. Beide Länder haben in den vergangenen Wochen ihre Grenzen dicht gemacht. Schweden hatte darüber hinaus erklärt, dass das Land in den kommenden Monaten 80.000 Flüchtlinge abschieben werde.

Wie dem auch sei. Wichtig jedenfalls ist, dass Oettinger nun einen Durchbruch in der Sache erwartet. Ich persönliche halte eine Ehelichung mit Frauke Petry für wahrscheinlicher. Eine Win-Win-Situation wäre es in jedem Fall.

Nachtrag:

Die Flüchtlingskrise wurde auf den nächsten EU-Gipfel vertagt.

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