Zur Realität stets eine Armlänge Abstand

Menschen werden nur ungern mit jenen Fehlern konfrontiert, die sie in der Vergangenheit begangen haben. Wozu auch? An den begangenen Fehlern und verpassten Chancen lässt sich ohnehin nichts mehr ändern. Doch die eigene Sturheit zeigt sich besonders dort, wo viel Zeit und Engagement investiert wurde. Wer jahrelang Blut, Schweiß und Tränen in eine Sache, ein gemeinsames Ziel investiert hat, der wird nur schwerlich zugeben können, dass sich die Ziele als fehlgeleitet herausgestellt haben oder von der Realität eingeholt wurden.

Gerade führende Politiker haben es schwer. Das Internet vergisst nicht und nach der Wahl ist vor der Wahl. Kaum etwas verfolgt einen Politiker hartnäckiger als das Eingeständnis einen Fehler begangen zu haben. Ist das Eingeständnis eines Fehlers unausweichlich sollte behutsam und strategisch vorgegangen werden. Das Narrativ zur Begleitung muss vorher sorgsam konstruiert und gezielt lanciert werden. Wer unüberlegt in die Öffentlichkeit poltert kann nur auf den guten Willen der Medien hoffen – und der ist rar gesät.

Man kann aber auch Glück haben und auf einen Journalisten treffen, der es gut mit einem meint und so die eine oder andere abstruse Äußerung ignoriert. Henriette Regler hatte Glück. In einem Interview mit der FAZ äußerte sie sich zu dem Attentat auf sie und über die Übergriffe in der Kölner Silvesternacht. Ihr zufolge habe die Sache auch etwas Gutes, denn wir seien jetzt alle realistischer geworden. Weiterlesen

Von politischer Alternativlosigkeit und dem Aufstieg der AfD

Es gibt Menschen, die glauben, angesichts der Wahlerfolge, die AfD verfolge eine ausgeklügelte Wahlkampfstrategie. Ein Trugschluss. Die AfD hat die Wähler nicht gewonnen – sie wurden ihr geschenkt.

Der Erfolg der AfD ist eine Zäsur in der Geschichte der BRD. Während im europäischen Ausland rechte Parteien schon seit Jahren an Bedeutung gewinnen und – wie kürzlich in Polen – die Regierung stellen, schien Deutschland von dem mehr oder weniger neuen Phänomen rechter, konservativer und häufig anti-muslimischer Parteien verschont zu bleiben. Ein Trugschluss wie sich jetzt zeigt.

Die Geschwindigkeit, mit der die AfD erste Wahlerfolge verzeichnen kann zeigt, dass es in diesem Land schon länger gärt. Anders ist das rasche Wachstum der Partei kaum zu erklären. In den Kommunalwahlen in Hessen kam die Partei aus dem Stand auf rund 13 Prozent. In den Landtagswahlen in Baden-Württemberg wurden der AfD die gleichen Chancen vorhergesagt wie der SPD – 12,5 Prozent. Obwohl die Vorhersagen als moderat galten, zog die AfD am Wahlabend an der SPD vorbei und erreichte 15,1 Prozent. Die SPD musste sich mit den vorhergesagten 12,7 Prozent begnügen. Die letzten Wahlerfolge verbuchte die Partei in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Die AfD wurde mit 20,8 Prozent der Stimmen gewählt und wurde damit zweitstärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern – noch vor der CDU. In Berlin erreichte die Partei 14,1 Prozent. Die Wahlergebnisse zeigen, dass die Zeiten, in denen die Spitzen der etablierten Parteien es sich erlauben konnten die AfD zu ignorieren oder ihr eine kurze Lebensdauer beschied, vorbei sind. Doch worauf beruht der Erfolg der Alternative für Deutschland?

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Linke Lebenslügen?

Was mich an PEGIDA und den Gegenbewegungen erstaunt, dass sind die Pauschalurteile, die auf beiden Seiten gefällt werden. Während von Seiten PEGIDA völlig unreflektiert von der Lügenpresse die Rede ist, rufen die Demonstranten im Chor mit Presse und Politik Idioten, Rassisten, Bigotten, usw. in die Menge ohne eigentlich genau zu wissen was die Anhänger von PEGIDA bewegt.

Man sollte ja meinen, dass die Gegendemonstranten zur den besser gebildeten Bürgern gehören. Doch statt mit Vernunft vorzugehen, die man PEGIDA ja pauschal abspricht, werden Vorurteile bedient, die jeden Bürger, der sich kritisch gegenüber Einwanderung und Islam äußert, reflexartig in die rechte Ecke stellt.

Jetzt bin ich eher durch Zufall über einen älteren Artikel von Norbert Bolz gestolpert, der 2010 in der TAZ veröffentlich wurde und vielleicht ein kleines Licht auf die Gegendemonstranten und ihre Motive wirft.

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