Putin und die Panama Papers

Die Massenmedien geben sich irritiert, wenn der Begriff der Lügenpresse fällt. Doch wer verstehen möchte warum er dennoch immer wieder gebraucht wird, der sollte sich die Berichterstattung um die Panama Papers näher anschauen.

Beinahe alle großen Zeitungen widmeten dem russische Präsidenten Vladimir Putin einen eigenen Artikel, um auf die vermeintlichen Geschäfte des Präsidenten aufmerksam zu machen. Die Zeit titelt „Geheimgeschäfte von Hunderten Politikern enthüllt“ und versieht den Artikel mit dem Konterfei Putins. Erst beim Lesen des Artikels erfährt der Leser, dass nicht Putin selbst in den Vorfall verwickelt ist, sondern „enge Vertraute“.

Die Welt geht noch einen Schritt weiter und veröffentlicht einen Beitrag mit dem Titel: „Der Cellist, der Putins Geld verwaltet“.  Der Leser erfährt viel Spekulatives über das Umfeld Putins. Inwiefern dieser selber an den Geschäften beteiligt sein soll verraten die  Journalisten jedenfalls nicht. Den eigentlichen Link zwischen dem „Cellisten“ und Putin behaupten die Autoren einfach: „Womöglich ist er selbst nur ein Vertrauter, der im Interesse Putins agiert.“ Vielleicht, vielleicht  aber auch nicht. Weiterlesen