Donald Trump: Alles nur Image?

Heute wird in insgesamt 12 Bundesstaaten gewählt. Traditionell entscheidet sich hier, mit welchem Politiker die Parteien in die Präsidentschaftswahl ziehen. Die Chancen für Donald Trump stehen nicht schlecht.

Bisher führte Donald Trump einen – formulieren wir es vorsichtig – unorthodoxen Wahlkampf. Mit einer kruden Mischung aus Selbstinszenierung und Pöbeleien konnte sich Trump bisher überraschend gut im Wahlkampf der Republikander behaupten. Doch was ist dran am Image des „besten Präsidenten aller Zeiten“?

Glaubt man John Oliver, nicht viel:

Auch der Spiegel ist nicht recht vom selbsternannten Selfmade-Millionär überzeugt.

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Dieser Wikileaks-Typ

Es wird viel kokettiert mit der tatsächlichen oder unterstellten Ahnungslosigkeit von US- Amerikanern. Angeblich haben sie keine Ahnung von Ernährung, Geografie, Politik und so weiter. Die Handvoll Amerikaner die ich in meinem Leben bisher getroffen habe passen fast gar nicht auf die Beschreibung. Allerdings waren dies meist Menschen, die schon viel herumgekommen sind. Wie es mit der Allgemeinbildung eines in Texas geborenen aussieht, der nie seinen Staat verlassen hat ist mir nicht bekannt.

Was aber vergangene Woche bei Last Week Tonight with John Oliver lief kann einen schon umhauen. Zum Thema Government Surveillance hat John Oliver mal ein Kamerateam zum Time Square geschickt und die Menschen gefragt wer eigentlich Edward Snowden ist. Keiner der Teilnehmer konnte die Frage korrekt beantworten. Einige hatten gar keine Ahnung, andere nahmen an, dass es dieser Typ von Wikileaks sein müsse.

Es ist natürlich möglich, dass beim Schnitt des Videos einfach jene herausgeschnitten wurden, die nicht zur Message des Formats passten. Allerdings beteuert John Oliver, dass keiner der Befragten eine Antwort hatte und somit auch niemand entfernt wurde. Das wäre natürlich ein desaströses Ergebnis für das amerikanische Mediensystem, dass anscheinend nicht mehr in der Lage ist die Bürger hinreichend zu informieren.

Menschenrechte spielen nur eine untergeordnete Rolle

Ich bin in meinem letzten Artikel der Frage nachgegangen, warum gerade Russland Gegenstand von Sanktionen wurde, während die USA noch nie ernsthaft sanktioniert wurden. Gerade heute berichtet Spiegel Online über eine Studie, die der Frage nachgeht, warum manche Länder Gegenstand von Sanktionen werden und manche eben nicht. Leider passt die Studie nicht ganz zu meinem Artikel, da zum einen der Untersuchungszeitraum zwischen 1990 und 2010 liegt und zum anderen sich die Forscher ausschließlich auf Länder in denen Verstöße gegen Menschenrechte oder Demokratie vorliegen konzentrieren. Zwischenstaatliche Konflikte fallen da raus. Ich habe die Studie nur überflogen aber Spiegel Online weist auf eine schöne Erkenntnis der Wissenschaftler hin:

Denn die Forscher haben nachgewiesen, dass der Westen eine genaue Kosten-Nutzen-Abwägung vornimmt, bevor er Sanktionen verhängt. So wird das Ziel, Menschenrechte zu fördern, oftmals von anderen geostrategischen Interessen überlagert.

Wer hätte das gedacht…? 😉

Die Stärke des Rechts oder doch das Recht des Stärkeren?

Es ist immer ein besonderer Tag, wenn Angela Merkel so etwas wie Haltung erkennen lässt. Leider liegt sie dann aber fast immer treffsicher daneben. Bei einer Rede zum Anlass eines Treffens der Regierungs- und Staatschefs aller EU-Mitgliedstaaten lies die Kanzlerin folgendes verlauten:

„Das Ziel unseres Handelns ist die Durchsetzung der Stärke des Rechts gegen das Recht des Stärkeren.“

Wer nun gehofft hat, dass die Bundesregierung endlich rechtliche Schritte gegen die jahrelange Folterpraxis der USA und deren Handlanger in den beteiligten europäischen Staaten – ich darf an europäische Werte erinnern – vorgehen wolle, dürfte nun leider schwer enttäuscht werden. Gemeint waren natürlich nicht Polen, die CIA und schon gar nicht einer der Verantwortlichen in der Bush-Administration. Gemeint war Russland. Mit Blick auf die jüngste Vergangenheit stellt sich hier zwangsläufig folgende Frage: Auf Basis welcher Werte und Normen kann man das russische Vorgehen in der Ukraine verurteilen oder gar sanktionieren und die eigenen völkerrechtlichen Vergehen oder die der Bündnispartner unbehelligt lassen.

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Der Nordkorea Sony-Hack

Woher wissen die Amerikaner eigentlich, dass Nordkorea hinter dem Hack von Sony steht. Aus der IT-Community gab es bisher erhebliche Zweifel, dass Nordkorea überhaupt etwas damit zu tun haben kann. Denn das Land verfügt gar nicht über genügend Bandbreite, um die ganzen Daten das rauszutragen. Theoretisch könnte Nordkorea das auch über China erledigt haben, doch müsste die Spur dann ja auch nach China führen.

Aber woher wissen die Amerikaner das jetzt eigentlich. Na klar, von den Geheimdiensten! Beweise? Brauchen wir nicht. Die Geheimdienste haben sich über Jahre einen so guten Ruf erarbeitet, da kann ja gar nichts schief gehen 😉

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Justice made in USA…

Der Rechtsstaat in den USA scheint doch zu funktionieren. Ein Gerichtsurteil, das den 14-jährigen George Stinney  fälschlicherweise zum Tode verurteilte, wurde nun revidiert.

Blöd nur, dass die Entscheidung 70 Jahre (!) zu spät für den Jungen kam. Der Fall stammt aus dem Jahre 1944. Die Jury, die ausschließlich aus weißen bestand, fällte ihr Urteil nach gerade einmal zehn Minuten (!!!!). Drei Monate später wurde er dann auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet.